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22.11.2017 09:55

Toshibas Aussichten hellen sich plötzlich auf

TOKIO (Dow Jones)--Dutzende von Hedgefonds setzen darauf, dass für Toshiba das schlimmste vorbei ist. Die umgerechnet rund 4,5 Mrd EUR, die sie für den angeschlagenen japanischen Mischkonzern geblecht haben, könnten dafür sorgen, dass das auch der Fall ist.

Toshiba hatte kürzlich angekündigt, mit der Ausgabe von neuen Aktien an ausländische Investoren 600 Mrd Yen (JPY; rund 4,5 Mrd EUR) einsammeln zu wollen. Zu den Investoren, die die Anteile erwarben, gehörten auch Elliott Management und Harvard Management. Sobald der Deal in zwei Wochen abgeschlossen ist, werden diese ausländischen Investoren rund ein Drittel an einem der bekanntesten Unternehmen Japans halten.

Mit der Kapitalerhöhung läuft Toshiba nicht mehr Gefahr, seine Börsennotierung in Tokio zu verlieren. Dazu muss der Konzern sein deutlich negatives Eigenkapital bis zum Ende des Geschäftsjahres am 31. März ausgleichen. Ende September lag das Eigenkapital bei minus 620 Mrd JPY.

Bislang hatte Toshiba versucht, das Geld durch den Verkauf seines Speicherchip-Geschäft einzusammeln und vereinbarte im September den Verkauf an ein Konsortium unter Führung von Bain Capital. Der Deal soll 2 Bill JPY in die Kasse spülen, muss vorher aber noch einige regulatorische Hürden nehmen. Zudem versucht der Joint-Venture-Partner in dem Chipgeschäft, Western Digital, den Deal zu blockieren und besteht auf seinem Veto-Recht bei jeder Transaktion.

Dank der Erlöse aus der Kapitalerhöhung hängt die Börsennotierung von Toshiba jetzt nicht mehr daran, ob der Verkauf der Speicherchipsparte noch rechtzeitig bis Ende März über die Bühne geht. Zudem kann der Konzern jetzt endlich den Schlamassel hinter sich lassen, den der Zusammenbruch der US-Atomkraftwerkstochter Westinghouse Electric verursacht hat. Westinghouse hatte im März nach Verlusten in Milliardenhöhe Insolvenz angemeldet. Toshiba hat angedeutet, dass der Konzern vielleicht sogar Geld an seine Aktionäre zurückgeben könnte, wenn der Verkauf des Speicherchip-Geschäftes durchgeht.

Wenn sich der Himmel für das Unternehmen jetzt plötzlich aufhellt, dann ist er für die neuen Investoren auch dann noch hell, wenn der Verkauf platzt. Denn schließlich steuerten die Speicherchips in den sechs Monaten per Ende September fast die Hälfte zum operativen Konzerngewinn bei. Laut der Verkaufsvereinbarung mit dem Bain-Konsortium würde Toshiba nur noch 40% an dem Unternehmen halten, dem das Speichergeschäft künftig gehört und das mit hohen Schulden belastete wäre.

Toshibas neue Aktionäre hoffen vermutlich darauf, dass Western Digital ihnen einen Gefallen tut. Dow Jones

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