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07.02.2018 10:20

Chinas Bad Banks können faule Kredite kaum noch verdauen

PEKING (Dow Jones)--Aktien von Chinas Großbanken ziehen derzeit kräftig an. Aber die Bad Banks, die angehalten sind, die Bilanzen in Ordnung zu bringen, kommen kaum hinterher. Der Optimismus liegt unter anderem an höheren Zinsen, mit denen Peking versucht, das Schuldenwachstum im Land einzudämmen. Investoren hoffen nunmehr, dass die höheren Sätze die Nettozinsmargen der Geldhäuser vergrößern, was generell ein sehr probater Gewinnmotor ist.

Wichtig sind wohl aber auch Verbesserungen bei der Qualität der Aktiva. Angesichts von Anlegern, die den Büchern der Banken immer mehr Vertrauen schenken, schossen die Aktien dieses Jahr bereits um mehr als 30% in die Höhe. Und genau hier spielt das Aufräumen mit hinein. Ein Grund für die bessere Basis der Banken: Sie haben problematische Aktiva bei Bad Banks abladen können.

Die Skepsis der Anleger dreht sich nun darum, ob die Bad Banks wirklich in der Lage sind, die Flut von faulen Krediten zu verdauen. So haben sich die notleidenden Kredite bei Chinas Geschäftsbanken seit dem 3. Quartal 2011 bis zum September glatt verdreifacht. Eine der größten Bad Banks des Landes - die China Cinda Asset Management - benannte in einem Prospekt für die Emission einer Anleihe in Höhe von 2,5 Mrd US-Dollar das wachsende Angebot von notleidenden Aktiva als Geschäftsgelegenheit.

Es gibt jedoch Anzeichen für Probleme. Die von Cinda gehaltenen notleidenden Kredite haben so stark zugelegt, dass die Summe der Forderungen auf mehr als 80% des Vermögens gestiegen ist. Das passiert zu einer Zeit, in der der Kaufpreis von notleidenden Aktiva bei weitem die Einkünfte übertrifft, die aus ihnen erzielt werden können. Somit dürften diese Aktiva weniger Ertrag abwerfen als von den Bad Banks erhofft.

Wer kann also China von dem Berg aus faulen Krediten befreien, wenn die Bad Banks diese gar nicht nachhaltig absorbieren können? Beijing hofft auf den breiteren Gesamtmarkt. Chinas Finanzregulierer will künftig "marktbasierte Werkzeuge" bei der Abwicklung von faulen Krediten bevorzugen. Dafür werden bereits extra Handelsplätze eingerichtet.

Die große Bad Bank Huarong kann in dieser Hinsicht Hilfe gut gebrauchen. So kaufte sie mittlerweile für mehr als 1 Bill Yuan oder umgerechnet 128 Mrd Euro notleidende Aktiva auf. Das entspricht mehr als der Hälfte des Marktes.

Doch dieses Geschäft funktioniert nur, solange die Käufer solcher Aktiva an deren Wiederverwertung oder Erholung glauben. Sicherlich sind Chinas faule Kredite besichert, aber der Regulierer warnt auch vor potenziellen Problemen mit nicht vorhandenen Sicherheiten, so dass es mitunter keine Garantien gibt. Selbst wenn die bei Banken beherzt zugreifenden Anleger es nicht glauben mögen: Die Kanäle zum Abladen fauler Krediten werden zusehends enger. Dow Jones

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