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28.02.2018 10:55

Industrieaktivität in China sinkt stärker als erwartet

BEIJING (Dow Jones)--Die Industrieaktivität in China ist im Februar auf den tiefsten Stand seit 19 Monaten gefallen. Der offizielle Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes sank auf 50,3 von 51,3 im Januar, wie die Statistikbehörde des Landes mitteilte. Vom Wall Street Journal befragte Ökonomen hatten mit 51,2 Punkten gerechnet. Das chinesische Neujahrsfest und der schwächere Export trugen zu dem Rückgang bei. Der Index liegt damit aber noch über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.

In den Tagen rund um das Neujahrsfest sinkt die Industrieaktivität typischerweise, da viele Unternehmen die Produktion herunterfahren. Die Ökonomen hatten die Feiertage aber bereits einkalkuliert. "Selbst wenn wir eine solche Volatilität mit einbeziehen, weisen die Daten auf eine deutliche Verlangsamung zu Beginn des Jahres 2018 hin", sagte Ökonom Julian Evans-Pritchard von Capital Economics.

Ein Rückgang bei den neuen Exportaufträgen verweist auf einen weniger optimistischen Ausblick für einen Sektor, der im vergangenen Jahr die tragende Säule des chinesischen Wirtschaftswachstums war.

Ökonomen hatten prognostiziert, dass der starke Yuan dieses Jahr Chinas Exporte belasten wird. Knapp 14% der in der Erhebung der Regierung befragten 3.000 Unternehmen sagte, die Kursgewinne der chinesischen Währung hätte ihrem Geschäft geschadet. Laut den Behörden nimmt die Zahl der Firmen, die sich über den starken Yuan beschweren, seit zwei Monaten zu.

Der Einkaufsmanagerindex des nicht verarbeitenden Gewerbes fiel auf ein Viermonatstief bei 54,4 Punkten im Februar nach 55,3 im Januar, wie die Statistikbehörde mitteilte. Die Subindizes für neue Orders, Dienstleistungen und den Bausektor gingen allesamt zurück, blieben aber über der Wachstumsschwelle von 50.

Das chinesische Wachstum hatte 2017 erstmals seit sieben Jahren dank starker Exporte wieder Fahrt aufgenommen. Die ersten Daten für 2018 signalisieren einen schwächeren Start ins neue Jahr.

Nomura-Ökonom Zhao Yang sagte, die niedriger als erwarteten Einkaufsmanagerdaten bestätigten ein sich abschwächendes Wachstum. Er verwies dabei auf den sich abkühlenden Immobilienmarkt. Der robuste Immobilienmarkt des vergangenen Jahres sei von starken Verkäufen in kleineren Städten gestützt werden. Dieser Trend ließe sich dieses Jahr kaum aufrechterhalten. Laut Moody's Investors Service trug der Immobilienmarkt in den vergangenen Jahren bis zu einem Drittel zum Wirtschaftswachstum bei.

"Wie man es auch betrachtet, intern und extern, der Abwärtsdruck auf die chinesische Wirtschaft ist mittlerweile groß", sagte Zhao. Er erwartet eine Senkung der Mindestreservevorschriften für Banken in der zweiten Jahreshälfte, um Liquidität und Wachstum anzukurbeln. Dow Jones

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