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22.08.2018 10:25

Schwierigkeiten beim Gaming-Riesen Tencent

BEIJING (Dow Jones)--Tencent hat dieses Jahr zwar schon 170 Mrd US-Dollar Marktwert eingebüßt. Aber der überraschende Gewinnrückgang des chinesischen Technologiekonzerns im zweiten Quartal zeigt, dass die Anleger mit Blick auf die Aussichten des Unternehmens noch nicht pessimistisch genug sind - insbesondere da sich das lange drohende politische Risiko nun offenbart.

Der Gewinn des weltgrößten Anbieters von Videospielen sank im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2% - es war der erste Rückgang im Jahresvergleich seit 2005. Ein Grund waren die niedrigeren Einnahmen aus Investments. Der Umsatz lag 5% unterhalb der von S&P Global Market Intelligence zusammengestellten Erwartungen der Analysten. Der Knackpunkt waren die schwächeren Erlöse aus Spielen, die rund 40% zum Konzernumsatz von Tencent beitragen. So legte der Umsatz aus Smartphone-Spielen nur um 19% im Jahresvergleich zu. Im Vorquartal hatte der Konzern hier noch einen Anstieg von 68% gemeldet.

Sorgen bereiten die zahlreichen Hürden im Kerngeschäft von Tencent. Das Unternehmen erzielt satte Einnahmen mit virtuellen Gegenständen, die Nutzer innerhalb eines Spiels kaufen können. Bei dem erfolgreichen Spiel "PlayerUnknown's Battlegrounds" (auch bekannt unter der Abkürzung PUBG) hat Tencent bisher aber noch nicht die Genehmigung Beijings für solche In-App-Käufe erhalten. Das Spiel hat sich als äußert beliebt erwießen und Nutzer lassen Tencent-Hits wie "Honor of Kings" links liegen, aber das Unternehmen kann diesen Erfolg in China eben nicht zu Geld machen.

Optimisten könnten nun sagen, solche Probleme seien der ineffizienten chinesischen Bürokratie geschuldet, bei der seit März Veränderungen durchgesetzt werden. Es ist aber wahrscheinlicher, dass sich die Haltung in Beijing gegenüber Videospielen verhärtet hat. Staatliche Medien kritisieren die Spiele zunehmend und machen sie für soziale Probleme verantwortlich.

Die Genehmigung für die PC-Version von "PlayerUnknown's Battlegrounds", für die Tencent die exklusiven China-Vertriebsrechte besitzt, hängt ebenfalls noch bei den Regulierern fest. Und erst diese Woche musste Tencent das Spiel "Monster Hunter: World" zurückziehen, nachdem die Behörden die Lizenz widerrufen hatten. "Monster Hunter: World", entwickelt von Capcom aus Japan, hat sich in anderen Ländern als großer Hit erwiesen.

Beijing wird nicht so weit gehen, Videospiele insgesamt zu verbieten. Aber die Behörden könnten Maßnahmen ergreifen, die der Spielsucht der Bürger vorbeugen sollen. Sie könnten damit Tencent von künftigen Erlösen in diesem für den Konzern so wichtigen Geschäftsfeld abschneiden.

Es sieht also nicht so gut aus für Tencent, den größten Wert im MSCI Emerging Markets Index, der immer noch mit dem 32-fachen der erwarteten Gewinne gehandelt wird.

Die Auswirkungen auf die Investoren werden dadurch verstärkt, dass Naspers, ein in Südafrika an der Börse gehandeltes Unternehmen, das 31% an Tencent hält, ebenfalls Teil dieses Index ist.

Die Aufmerksamkeit der Schwellenland-Investoren mag derzeit vor allem auf die Probleme der Türkei gerichtet sein. Aber die zunehmenden Schwierigkeiten bei Tencent könnten mindestens genauso gefährlich werden. Dow Jones

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