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26.09.2018 10:20

China: IPO-Rekordjahr ist wenig beeindruckend

HONGKONG (Dow Jones)--Es war bisher ein Rekordjahr für chinesische Börsengänge. Aber irgendwie hat es nicht sonderlich beeindruckt. Die Unternehmen haben 27,5 Mrd US-Dollar durch Börsendebüts in Hongkong eingesammelt und schicken sich an, den bisherigen Rekord aus 2007 zu brechen. Das jüngste Blockbuster-IPO hatte einen guten Start. Der chinesische Online-Universaldienst Meituan Dianping, dessen App eine Mischung aus Grubhub, Yelp und Groupon ist, verzeichnete beim Gang auf Parkett einen Kursgewinn von 5,3%. Bei dem IPO hat Meituan Dianping 4,2 Mrd Dollar eingesammelt, die Bewertung der Gesellschaft liegt bei 51 Mrd Dollar.

Chinesische Firmen haben zudem weitere 7,4 Mrd Dollar mit Notierungen an US-Börsen eingenommen. Das ist der beste Jahreswert, wenn man 2014 außer acht lässt, als der E-Commerce-Riese Alibaba 25 Mrd Dollar einsammelte. Doch die Euphorie hat spürbar nachgelassen: Mehrere Unternehmen mussten beim Unternehmenswert zurückrudern. Meituan hatte sich zum Beispiel ursprünglich eine Bewertung von 60 Mrd Dollar erhofft. Und selbst wenn die Begeisterung hoch war, ist sie bald verpufft.

Der Kurs von Qutoutiao, einer Nachrichten- und Video-Aggregations-App, hat sich zwar am ersten Handelstag mehr als verdoppelt, aber seitdem sind die Gewinne großteils bereits wieder verpufft. In diesem Jahr sind auch die Kurse von Techgiganten wie etwa Tencent ins Wanken geraten. Und auch bei Firmen wie Meituan und Xiaomi scheinen die Investoren vorsichtiger geworden zu sein. Diese Unternehmen haben zwar große Marktanteile, die Profitabilität ist allerdings wenig beeindruckend. Einige Gesellschaften sind mit Erwartungen an den Kapitalmarkt gekommen, die durch mehrere private Finanzierungsrunden viel zu hoch waren.

Hongkongs offensichtlicher Versuch, durch die Senkung der Standards mehr IPOs anzuziehen, war nur ein mäßiger Erfolg. Die Börse hat es einfacher gemacht, Technologieunternehmen mit dualer Aktienstruktur wie Meituan und Biotech-Unternehmen aufzunehmen, die noch keinen Umsatz generieren. Aber viele dieser chinesischen Börsengänge sind gescheitert: Der HIV-Medikamentenhersteller Ascletis Pharma, der im Juli 400 Mio Dollar eingesammelt hat, verlor seitdem fast die Hälfte seines Wertes.

Der Stimmungswechsel ist auffallend. Noch vor einem Jahr wurden Tech-IPOs in Hongkong mit großer Euphorie begrüßt. Nun wird der Optimismus für andere Großdeals gedämpft, weil einige Kandidaten bereits mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Didi Chuxing, das chinesische Pendant zum US-Fahrdienstleister Uber, hatte gehofft, bereits in diesem Jahr auf eine Bewertung durch ein IPO zwischen 70 bis 80 Mrd Dollar zu kommen. Aber der Konzern steckt in der Krise, nachdem innerhalb von drei Monaten zwei weibliche Passagiere während den Fahrten getötet wurden.

Und auch bei dem vielleicht größten, sich anbahnenden Börsengang von allen ziehen dunkle Wolken auf. Der Internet-Zahlungsabwickler Ant Financial, der 150 Mrd Dollar wert sein soll, ist ins Visier von Beijing geraten. Die Regulierungsbehörden haben die Aktivitäten der mit Alibaba verbundenen Gesellschaft eingeschränkt. Chinesische Börsengänge mögen wohl glücklich verlaufen, aber sie schwimmen in turbulenten Gewässern. Dow Jones

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