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17.10.2018 10:15

Beijing lässt Strukturprobleme ungelöst

BEIJING (Dow Jones)--Niemand lässt sich gerne vom Beifahrer ins Lenkrad greifen. In dem Maße, in dem Chinas Notenbank die Wirtschaft durch zunehmend gefährliches Terrain lenkt, muss sie sich mit Forderungen nach mehr "Gas" oder "Bremse" herumschlagen. Insofern dürfte die Entscheidung der Währungshüter, die den Banken auferlegten Barreserven zu reduzieren und so unter dem Strich 750 Mrd Yuan (rund 94 Mrd Euro) Liquidität loszueisen, viel Kritik auf sich ziehen.

Die Wirklichkeit ist: Die Zentralbanker haben bisher die Gratwanderung einer expansiven Geldpolitik ziemlich bravourös gemeistert. Obwohl sie die Zinsen inmitten eines US-Erhöhungszyklus senkten, kam es nicht zu der typischen Kapitalflucht aus China. Die Netto-Devisenverkäufe der Banken beliefen sich im August auf nur 15 Mrd US-Dollar, weit entfernt von den monatlichen Verkäufen in Höhe von 109 Mrd Ende 2015. Derzeit haben die Währungshüter viel Glück. Noch strömen Ausländer in Aktien und Anleihen des Landes. Netto flossen in diesem Jahr bis zum August insgesamt 62 Mrd Dollar in chinesische Staatsanleihen, was gerade der geplanten Aufnahme in einen wichtigen Anleihen-Index 2019 zu danken ist.

Das wirkliche Problem ist der mangelnde Fortschritt und auf manchen Gebieten gar ein Rückschritt. Zwar erreichte Beijing eine bessere Finanzlage für Staatsbetriebe und einen kleineren Schattenbankensektor. Das gelang aber vor allem über die Schließung von privater Konkurrenz für die Staatsbetriebe und einer generellen Kreditklemme für die Privatwirtschaft. Großangelegte Zukäufe von leerstehenden Wohnungen paukten bereits Immobilienentwickler heraus. Nichts davon wird die Banken ermutigen, mehr an Privatfirmen zu verleihen oder Immobilienentwickler zu vernünftigeren Investments zwingen.

Die Notenbank möchte einen milden Lockerungszyklus und das nicht nur, um den Yuan zu stabilisieren, sondern auch, da sie weiß, dass keines der fundamentalen Probleme der Kreditvergabe in China tatsächlich gelöst ist. Lässt das Wachstum wieder nach und ein großes Konjunkturprogramm ist wirklich erforderlich, ist ein massiver Schuldenzuwachs ziemlich unausweichlich. Dow Jones

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