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17.10.2018 10:30

BMW greift im Reich der Mitte an - GM muss passen

NEW YORK (Dow Jones)--BMW will demnächst Autos von China aus exportieren. Das dürfte dem Konzern und dem Land gleichermaßen nutzen, aber auch weiteres Öl ins Feuer der bereits jetzt tobenden Politikkämpfe um die Ausgestaltung der Globalisierung gießen. Der Konzern aus München und sein chinesischer Partner Brilliance kündigten zuletzt ein Abkommen an, das die Eigentümerstruktur dieses Gemeinschaftsunternehmens ändert. BMW wird rund 4,2 Mrd Dollar für weitere 25% daran hinblättern und somit insgesamt 75% halten.

Beijing macht den Deal möglich. Im April verfügte die Regierung als Reaktion auf US-Präsident Donald Trumps Politik, dass sie die Auflagen für Gemeinschaftsunternehmen in der heimischen Automobilbranche einstampft. Ab 2022 werden die globalen Autobauer theoretisch erstmals in der Lage sein, Fabriken in China vollständig allein zu besitzen. In der Praxis wird es für die US-Konkurrenz aber angesichts der Handelsspannungen schwer, in BMWs Fußstapfen zu treten. Diese Abkommen brauchen den Segen Beijings. Die Münchner haben sich diesen mit immensen Finanzzusagen teuer erkauft. Es gibt ein erweitertes Abkommen zum Joint Venture, werden 3 Mrd Euro in Kapazitäten investiert, 5.000 neue Stellen geschaffen und das neue vollelektrische Modell iX3 läuft allein in der Volksrepublik für den globalen Export von den Bändern.

GM, das selbst erfolgreich ein Gemeinschaftsunternehmen in China betreibt, könnte durchaus das Plazet Beijing einheimsen, müsste dabei aber nach den Regeln der Chinesen spielen. Doch Investitionen mehrerer Milliarden Dollar in der Volksrepublik würden in der Heimat einen politischen Sturm auslösen, insbesondere wenn diese Autos dann auch noch in die USA reexportiert werden. Aber auch BMW könnte sich den Zorn Trumps zuziehen. Derzeit importiert der Konzern rund ein Drittel seiner in China verkauften Autos, insbesondere den X5 SUV aus Spartanburg in South Carolina. Der Deal mit Brilliance umfasst den Bau von X5 SUVs im Reich der Mitte. BMW kann damit Chinas Strafzölle auf Autoimporte aus den USA umgehen. In diesem klassischen Win-Win für Deutsche und Chinesen fallen die Exporte aus den USA ganz klar hinten über. Dow Jones

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