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22.05.2019 09:40

China: Generika als Problem der Konzerne

Heimische Konkurrenten holen auf

BEIJING (Dow Jones)--Vielen global agierenden Konzernen macht die Abkühlung der chinesischen Wirtschaft zu schaffen. Große Pharmaunternehmen haben ein anderes Problem: Die lokale Konkurrenz wird bedrohlicher. Manager von Sanofi und AstraZeneca sagen, dass sie eine Verlangsamung des zunächst noch starken Wachstums in China erwarten. Denn im Laufe des Jahres dürften Krankenhäuser auf in der Volksrepublik hergestellte Nachahmerversionen einiger ihrer meistverkauften Medikamente zurückgreifen.

Multinationale Unternehmen profitieren seit Jahren von einem hohen Absatz einiger ihrer älteren Medikamente in China. Dabei verschaffte ihnen die Markenbekanntheit einen Vorteil gegenüber billigeren Generika. Das robuste Wachstum im Reich der Mitte trug zu den guten Ergebnissen beider Unternehmen im ersten Quartal bei. Aber diese Einnahmequelle wird künftig nicht mehr so stark sprudeln. Um die Arzneimittelkosten zu senken, will Beijing die großen öffentlichen Krankenhäuser dazu bringen, auf Generika umzusteigen. Die Regierung hat zudem die Standards für die heimischen Hersteller angehoben und so die Qualitätslücke zu den multinationalen Unternehmen geschlossen.

Die Produzenten mussten sich um Verträge bewerben, um dann der alleinige Lieferant eines bestimmten Medikaments für alle öffentlichen Krankenhäuser in elf wichtigen Städten zu werden. Multinationale Unternehmen gewannen nur zwei von 25 Aufträgen, der Rest geht an chinesische Generika-Hersteller. Die Verträge traten gegen Ende des ersten Quartals in Kraft. Zwei der Kassenschlager von Sanofi in China, die Bluthochdruckmittel Plavix und Aprovel, werden in den öffentlichen Kliniken durch in China hergestellte Medikamente ersetzt. Ein Unternehmenssprecher sagte, dass die betroffenen Städte für rund 30% der landesweiten Nachfrage nach diesen Produkten stünden.

Auch AstraZeneca erwartet, dass die Umsätze in der Volksrepublik im Laufe dieses Jahres nachlassen werden. Während der britische Pharmakonzern einen Auftrag für das Lungenkrebsmedikament Iressa erhielt, ist für den Cholesterinsenker Crestor Schluss. Lipitor von Pfizer und Glivec von Novartis sind weitere bekannte Medikamente, die gegen in China hergestellte Generika verloren haben.

Beijing hat in jüngster Zeit eine Reihe von politischen Änderungen vorgenommen, um den Zugang zu Medikamenten für seine 1,4 Mrd Einwohner zu verbessern. Einige davon - wie zum Beispiel schnellere Zulassungen neuer Medikamente - kommen multinationalen Unternehmen zugute. "Die gute Nachricht ist, dass China sich sehr stark auf Innovationen konzentriert", sagte AstraZeneca-CEO Pascal Soriot. Einige der neuen Medikamente des Unternehmens, darunter Tagrisso gegen Lungenkrebs, schnitten gut ab. Sanofi setzt ebenso auf neue Medikamente zur Ankurbelung des Wachstums in der Volksrepublik. Laut einem Sprecher wurden sieben seiner Arzneien in eine Liste von Medikamenten aufgenommen, die für eine beschleunigte Zulassung durch die chinesische Aufsichtsbehörde in Frage kommen könnten.

Denise Roland

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