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17.07.2019 10:15

Chinas Finanzsystem wird löchriger

BEIJING (Dow Jones)--Märkte basieren auf sich wandelnden Überzeugungen darüber, wie die Welt funktioniert und wie viel Aktiva wert sein sollten. Doch wenn diese Annahmen in Frage gestellt werden, können die Resultate ziemliches Magengrimmen hervorrufen, meint Dow-Jones-Analyst Nathaniel Taplin.

Weitgehend unbemerkt passierte genau jüngst in China. Nachdem die Regulierer die kleine Bank Baoshang herausgepaukt hatten - und dabei Hoffnungen auf umfangreiche Staatshilfen platzen ließen, indem sie drohende Wertverluste für die Gläubiger ankündigten - schossen die Kurzfristzinsen in die Höhe. Diese Episode offenbarte, wie zerbrechlich Chinas gigantischer Interbanken-Geldmarkt ist, dessen tägliche Transaktionen rund 3,3 Bill Yuan (427 Mrd Euro) betragen.

Zugleich zeigt sich eine bisher noch unbemerkte Anfälligkeit. Auch andere Finanzinstitute wie Brokerfirmen, Versicherer, Fonds und Schattenbanken scheinen zu sehr von Sicherheiten mit geringer Qualität abzuhängen, etwa Firmenanleihen, mit denen sie Kurzfristkredite absichern. Das verstärkt die Risiken für Chinas Geldmärkte und ebenso die gebeutelten, sich verschuldenden Unternehmen.

Beunruhigenderweise leidet in dem Maße, in dem die Geldmärkte nervös werden, auch die Bonität der Konzerne. Es gab im ersten Halbjahr bereits mehr als doppelt so viele Anleiheausfälle wie im Vorjahr, zeigen Daten von Enodo Economics. Da für Kleinunternehmer der Zugang zu den Kreditmärkten immer schwerer wird, könnten letztlich auch die Wirtschaftserholung stark gebremst oder eine reichlich aggressive Lockerung der Geldpolitik erforderlich werden. Zumindest geht noch eine ganze Weile lang das Schreckgespenst der regulatorischen Übernahme der Baoshang-Bank um. Das nächste Mal, wenn die Märkte wegen des Counterparty-Risikos in Panik verfallen, könnte es deutlich schwerer werden, wieder Ruhe hineinzubringen.

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