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03.09.2019 09:45

BYD-Warnung verdeutlicht den Wandel

Abbau der Subventionen dürfte Konsolidierungen auslösen

BEIJING (Dow Jones)--In China erreicht der Elektroautomarkt eine neue Phase. Der größte chinesische Hersteller von Elektroautos BYD, der von US-Starinvestor Warren Buffett unterstützt wird, verdeutlichte mit seinem trüben Ausblick die massiven Herausforderungen der Branche.

Zwar präsentierte BYD einen Gewinnsprung von 87% für das abgelaufene Quartal, gleichzeitig warnte das Unternehmen aber vor einem Gewinneinbruch. Im laufenden dritten Quartal dürfte das Ergebnis um 70 bis 90% sinken.

Der Grund für den starken Kontrast zwischen den beiden Quartalen liegt auf der Hand: China hat Ende Juni seine Förderungen für Elektrowagen um mindestens 65% gekürzt, so dass die Kunden vorzeitig Autos kauften. Die gesamten Verkäufe von elektrisierten Neuwagen, einschließlich Plug-in-Hybriden, sanken gegenüber dem Vorjahr im Juli um 4,7%. Das ist der erste Rückgang seit mehr als zwei Jahren.

Kurzfristig dürfte sich der weltgrößte Markt für E-Autos nicht erholen. Die Gewinnmargen der Unternehmen dürften unter Druck kommen, da die Hersteller mit Preissenkungen versuchen werden, neue Autos zu verkaufen. Die Anzahl der BYD, die bei Händlern stehen, hat sich im ersten Halbjahr auf fast das Vierfache des Juli-Absatzes verdoppelt, heißt es bei Jefferies.

Anstatt sich auf Subventionen zu verlassen, die bis zum nächsten Jahr ohnehin wohl ganz gestrichen werden, will die Regierung die Autohersteller zur Produktion von mehr und vor allem besseren Fahrzeugen drängen. Ähnlich dem Handel mit Emissionsgutschriften werden über ein Kreditsystem Punkte vergeben, sogenannte Credits. Die Zuteilung erfolgt auf der Grundlage von Faktoren wie der Reichweite der Fahrzeuge mit einer einzigen Ladung oder der Energieeffizienz. Wenn Unternehmen nicht ausreichend eigene Fahrzeuge anbieten, müssen Kreditpunkte von anderen gekauft oder Strafen gezahlt werden.

Die Automobilhersteller werden sich wahrscheinlich dafür entscheiden, mehr Elektrowagen zu produzieren, auch wenn sie mit Verlust verkauft werden. Gemeinschaftsunternehmen vieler ausländischer Marken in China bringen in diesem Jahr neue Modelle auf den Markt, darunter Mercedes den EQC, Toyota den C-HR und Volkswagen den Tiguan L. Für inländische Automobilhersteller sind das schlechte Nachrichten, insbesondere für die vielen Start-ups in dem Bereich. Viele von ihnen, die angesichts der lukrativen Subventionen gegründet worden sind, sind auch heute noch nicht profitabel.

BYD ist allerdings in einer stärkeren Position als die meisten chinesischen Hersteller. Das Unternehmen ist bereits profitabel. Zudem wird BYD als Marktführer wohl die meisten Kreditpunkte erhalten. Daneben produziert das Unternehmen, im Gegensatz zu vielen anderen Autoherstellern, auch selbst Batterien. Ein Drittel der selbst produzierten Akkus verkauft BYD an andere Hersteller und die Nachfrage nach Batterien wird wohl hoch bleiben.

In der Summe ist aber schwer zu sagen, welche Effekte diese Umbrüche auf den Gewinn von BYD haben werden. Die Kreditpunkte könnten sich angesichts eines Überangebots auch als wertlos erweisen, da viele traditionelle Autobauer Elektrofahrzeuge herstellen. Andere Hersteller, wie Contemporary Amperex Technology, die sich ausschließlich auf Elektroautos konzentrieren, dürften dagegen am meisten davon profitieren, wenn ausländische Marken ihre Stromer in der Volksrepublik auf den Markt bringen. Südkoreanische Batteriehersteller wie Samsung SDI und LG Chem, die zuvor vom chinesischen Markt ausgeschlossen wurden, könnten ebenfalls mehr Aufträge erhalten.

Auf dem weltgrößten Markt für Elektroautos wird es keinen Platz für alle geben. BYD sollte die Umwälzungen zwar überleben, eine echte Expansion könnte aber schwierig werden.

Jacky Wong

www.maerkte-weltweit.de

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