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25.03.2020 11:00

Softbank's letzte große Wette ist die auf die eigene Aktie

TOKIO (Dow Jones)--Die japanische Softbank hat in den letzten Jahren große Wetten auf Technologieunternehmen abgeschlossen - mit unterschiedlichem Erfolg. Der jüngste Coup, einige Unternehmensbeteiligungen zu verkaufen, um Geld für Aktienrückkäufe zu haben, dürfte dabei besser laufen.

Softbank will Assets im Wert von bis zu 4,5 Bill Yen (umgerechnet 38,3 Mrd Euro) verkaufen. Neben dem Aktienrückkauf planen die Japaner mit dem Geld auch die Tilgung von Verbindlichkeiten. Wenn man die vor zwei Wochen angekündigten Aktienrückkaufe von 500 Mio Yen mit einbezieht, dann will die Softbank umgerechnet 21,5 Mrd Euro auf den Tisch legen und damit rund 40% der eigenen Anteilsscheine erwerben. Der Aktienkurs von Softbank haussierte am Montag nach der Ankündigung um 19% und stieß damit an sein tägliches Handelslimit.

Dieser Schritt könnte den hohen Abschlag, mit dem die Softbank-Aktie im Verhältnis zum Netto-Substanzwert (Net Asset Value) gehandelt wird, verringern. Während der jüngsten Marktturbulenzen hatte sich der Abschlag ausgeweitet. Vor der Ankündigung zum Wochenstart hat die Softbank-Aktie in nur einem Monat die Hälfte ihres Wertes eingebüßt. Der gemeinsame Wert der drei wichtigsten börsennotierten Softbank-Beteiligungen verlor im gleichen Zeitraum nur 14%. Softbank besitzt 25% an dem E-Commerce-Giganten Alibaba, 84% am Mobilfunkanbieter Sprint sowie 66% an einem japanischen Telekomkonzern.

Assetverkauf kommt unerwartet

Aber selbst nach dem Kurssprung vom Montag ist die Softbank-Aktie weniger als die Hälfte wert, was allein diese drei Assets zusammen auf die Waage bringen. Dies gilt unter Einbeziehung der Schulden von 51,25 Mrd Euro bei den Japanern. Nicht berücksichtigt ist, dass Softbank zahlreiche Anteile an nicht börsennotierten Firmen hält, wie etwa an dem britischen Chipdesigner Arm Holdings und den Investitionen in den Vision Fund. Obwohl die Softbank-Aktie seit Langem mit einem Abschlag im Vergleich zu seinen Vermögenswerten gehandelt wird, kommt der groß angelegte Verkauf von Assets nun unerwartet.

Ein Teil der Erlöse, die nicht für den Rückkauf von Aktien verwendet werden, sollen der Finanzierung von Anleihenrückkäufen und auch der Schuldentilgung dienen. Damit sollten auch die Renditen der Softbank-Unternehmensanleihen fallen, die in der letzter Zeit stark zulegten. Die Marktturbulenzen haben Softbank in unbeabsichtigter Weise dazu veranlasst, die Forderungen des aktivistischen Investors Elliott Management zu erfüllen, der auf Aktienrückkäufe von bis zu 18,6 Mrd Euro drängte. Softbank gibt nun auch einige der wertvernichtenden Aktivitäten auf. So berichtete das "Wall Street Journal" in der vergangenen Woche, Softbank wolle den milliardenschweren vereinbarten Kauf von Wework-Anteilen absagen.

Sicherlich wird es für Softbank schwierig sein, ein so großes Paket von Vermögenswerten zu guten Preisen auf dem derzeitigen Markt zu verkaufen. Aber die Zusicherung von Softbank, die Veräußerungen im Laufe des nächsten Jahres vorzunehmen, sollte dazu beitragen, den Abschlag auf den Buchwert ihrer Aktien zu verringern, angenommen der Markt stabilisiert sich. Die Aktionäre von Softbank sollten diesen großen Schritt begrüßen. Außerordentliche Zeiten erfordern außerordentliche Maßnahmen.

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